Der fade Beigeschmack
Die diesjährige Oscar-Show ist nun vorbei. Es wurde wie immer viel geweint, ein wenig gelacht und noch weniger überrascht. So pompös die 85ste Verleihung der Academy Awards auch gewesen sein mag, es war eindeutig nicht die beste Gala aller Zeiten. Auch wenn selbstverständlich nichts die Show von 2011 unterbieten kann. Was unser Filmkritiker Erik sonst so von der diesjährigen Verleihung des wohl wichtigsten Filmpreises der Welt hält, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.
Die Zurückhaltung eines Moderators
MacFarlane hätte sich gerne mehr trauen dürfen
Schon vor der Bekanntgabe des diesjährigen Oscar-Hosts, kam es zu heftigen Diskussionen. Einfach weil sich niemand dem Spott der Medien aussetzen wollte. Wir erinnern uns nur an das Jahr 2011, in dem James Franco und Anne Hathaway mit ihrer Performance gnadenlos ins Klo gegriffen haben. 2012 musste dann unbedingt Altmeister Billy Crystal ran. Ein bekanntes Gesicht bei der Verleihung, aber Kontraproduktiv für eine Entwicklung. Nun lag es an Seth MacFarlane, der Moderation neuen Schwung zu verleihen. Viele fürchteten/freuten sich schon auf allerlei fiese Sprüche des Family Guy-Erfinders und die sollten sie bekommen. ABER: weitaus weniger als erwartet. MacFarlane schien sich die ganze Zeit über zurückzuhalten, als ob man ihm einen Maulkorb verpasst hätte. Klar, Sprüche wie „The only Guy who really got into Lincolns head was John Wilkes Booth”, gehen schon tief ins Mark, aber es hätte eben auch mehr sein können. Aber sei es drum, MacFarlane hat seine Sache ohne große Fehler durchgezogen und gehört weiß Gott nicht zu den schlechtesten Moderatoren.
Singen und Tanzen
Catherine Zeta-Jones wollte ebenfalls mitsingen
Zu Beginn der Show kündigte MacFarlane bereits an, dass die diesjährige Verleihung unter dem Zeichen der Musik steht. Gelogen hat der Mann nicht. Es wurde in einer Oscar-Nacht wahrscheinlich noch nie so viel getanzt und gesungen, wie dieses Jahr. Zugegeben, schlecht klang und sah es nie aus, aber vereinzelt war es doch zu viel des Guten. Musste es denn wirklich sein, dass etwa Barbara Streisand den „In Memorium“ Part besingt? Das grenzte schon sehr an einer Parodie ihrer selbst und war leicht peinlich. Ein kleineres (persönliches) Highlight hingegen war der Auftritt des Casts dreier Musicalfilme (Chicago, Dreamgirls und natürlich Les Misérables). Diese Schauspieler verdienen den größten Respekt, auch live so gut singen zu können. Abseits davon gab es bei den Moderationen erstaunlich wenig Witz im Jahre 2013. Viele kamen gar nur auf die Bühne und nannten die Nominierten. Trauriger Tiefpunkt war leider wieder mal Kristen Stewart. Was hätte man nicht alles aus der Kombo Daniel Radcliffe (Harry Potter) und Stewart (Bella Swan) machen können. Doch diese Dame ist eben die Gesichtslangeweile, wie sie im Buch steht.
Link: Oscar-Gewinner im Überblick
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