48 Bilder - 2 Meinungen
Wir haben euch bereits aufgeklärt, was 48fps, oder auch „High Frame Rate“ (HFR), genau bedeutet. Genauer gesagt hat das Peter Jackson gemacht, nachdem die Verwendung bei Der Hobbit: Eine unerwartete Reise im Vorfeld viel Skepsis und Kritik erzeugt hatte. Unsere beiden Film-Kritiker Eric und Amelie konnten den Hobbit bereits bewundern und vertreten ihre ganz eigenen Meinungen zu diesem Thema. An diesen möchten sie euch nun teilhaben lassen. Und natürlich würde es uns interessieren, was ihr zu diesem Thema meint.
Eric Dolge meint:
Als im Jahr 2009 James Camerons Avatar - Aufbruch nach Pandora in den Kinos anlief, gab es viele Stimmen, die meinten es sei die Revolution des Kinos. Klar, Avatar machte damals den 3D-Effekt salonfähig, aber gleich eine Revolution? Ich für meinen Teil behaupte der Film war im besten Fall eine inhaltsarme Evolution, anstatt einer Revolution. Ähnlich verhält es sich für mich mit der neuen Technik (HFR) von Der Hobbit. Bevor ich aber näher auf meine Erfahrung mit der neuen Technik eingehe, möchte ich betonen, dass ich der High Frame Rate keinesfalls vollkommen abgeneigt gegenüber stehe. Vielmehr will ich auf Aspekte eingehen, die das Filmerlebnis trüben. Jeder empfindet 3D anders und so hielt ich mich immer für jemanden, der mit 3D gut klar kam. Beim Hobbit allerdings, hatte ich die ersten ca. zehn Minuten stark zu kämpfen. Ich musste gar in ab und an die Brille abnehmen, um meine Augen zu beruhigen. Angst machte sich breit, dass ich die neue Technik überhaupt nicht vertragen könnte. Es braucht eben eine gewisse Zeit, bis man sich an die Bilder gewöhnt. Der Hobbit HFR läuft also Gefahr, dass es einige Gäste geben wird, die schon zu Beginn den Saal verlassen. Schade eigentlich, da ich jetzt (nachdem ich meine Augen ein wenig trainieren konnte), neugierig auf weitere Filme dieser Art bin. ABER: Was einfach noch mal ganz deutlich gesagt werden muss ist, dass Der Hobbit der erste Kinofilm seiner Art und, wie ich finde, noch weit von einem ausgereiften Status entfernt ist. Wenn man jahrelang Filme schaut, wirken 48 Bilder pro Sekunde einfach „unnatürlich“ und in Verbindung mit starkem CGI-Einsatz alles andere als schön. Auch die ersten Bewegungen wirken schon fast wie vorgespult. Und dennoch empfehle ich jedem, sich die neue Technik anzusehen. Warum? Weil trotz neuer Technik die meisten Lichtspielhäuser keinen Aufpreis verlangen und jeder den Film anders sehen und empfinden wird. Ein Hoch auf die subjektive Wahrnehmung.
Amelie Riess meint:
Peter Jackson zeigt uns den ersten Kinofilm aller Zeiten in 48 Bildern pro Sekunde. Durch den ungewohnten Look, den Der Hobbit dadurch erhält, wurde die Technik anfangs bei Test- Screenings komplett abgelehnt. Eigentlich wird die 48fps-Technik besonders gerne bei Dokus eingesetzt, um das Realitätsgefühl zu verschärfen. Dieser Look wirkt bei einem Kinofilm natürlich erst einmal total ungewohnt. Dass aber die Technik auch zahlreiche Vorteile bereithält, und im Grunde lediglich gewöhnungsbedürftig ist, wurde dabei oft vergessen. Denn eigentlich bietet die erhöhte Bildrate zahlreiche Möglichkeiten, das Kinoerlebnis aufzuwerten. Zum einen sorgt die doppelte Bildanazahl pro Sekunde für sehr fließend aufeinander folgende Aufnahmen. Somit besteht insbesondere bei schnellen Bewegungen die Möglichkeit, das volle Potenzial auszuschöpfen und ein schärferes Bild hervorzurufen, als wir von den üblichen 24fps gewohnt sind. Die gewonnene Bildschärfe wirkt sich sogleich positiv auf den Detailreichtum in actionreichen und rasanten Szenen aus. Denn mit 48fps kann der Zuschauer auch bei schnellen Fahrten immer noch Details wahrnehmen. Also kommen bei der neuen HFR-Technik gerade detailverliebte Zuschauer auf ihre Kosten, da selbst kleinste Details zu keiner Zeit in den Hintergrund rücken. Wo bei der üblichen Bildrate Massenszenen oder schnell gefilmte Actionszenen oft verschwommen wirken, sind bei den 48fps immer noch klare Bilder zu erkennen. Die filmischen Eindrücke wirken dadurch nicht nur realistischer, sondern bringen den Zuschauer gleichzeitig näher an das Geschehen heran. Dadurch haben auf den Zuschauer fliegende Objekte beim 3D-Effekt eine sehr viel intensivere Wirkung. Selbiges gilt für schnelle Kamerafahrten. Man kann so förmlich ins Geschehen hineingezogen werfen. Klar, reicht dazu oft schon eine gute Kamera-Arbeit aus, jedoch kann mit der HFR-Technik noch das bestmögliche aus diesen Einstellungen herausgeholt werden. Wer sich also keineswegs als Freund des 3D-Kinos bezeichnet, könnte durch die 48fps zumindest etwas offener gegenüber 3D-Effekten werden. Mich hat die neue Technik jedenfalls überzeugt.
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Community Kommentare
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Drachmann ![]()
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Kommentar melden | 13.12.2012 - 09:23:32 |

