Obsidian hätte beinahe Baldur's Gate 3 gemacht
Bedenkt man den Hype um die Baldur's Gate: Enhanced Edition, besitzt diese Marke - trotz ihres Alters - doch weiterhin eine große Anziehungskraft. Da kann man sich durchaus fragen, wie wohl ein Baldur's Gate 3 angekommen wäre.
Beamdog ließ bereits durchblicken, dass nach der Baldur's Gate 2: Enhanced Edition durchaus Baldur's Gate 3 folgen könnte. Doch wie wir nun wissen, wäre Baldur's Gate 3 beinahe schon vor Jahren zustande gekommen.
Diese spannende Erkenntnis verschaffte uns Feargus Urquhart, seines Zeichens Chef des Entwickler-Studios Obsidian Entertainment. Demnach war das Studio vor vier Jahren kurz davor die Entwicklung von Baldur's Gate 3 zu übernehmen. Letztendlich platzte der Deal jedoch.
"Wir hatten begonnen mit Atari über das Thema zu sprechen. Sie hatten uns 2007 gefragt, ob wir Baldur's Gate 3 machen wollten und ich war sofort dafür", so Urquhart. "Jedoch meinte ich, dass sie es ernst meinen müssten. Auf ihre Nachfrage entgegnete ich, dass das nicht mit einem 10 Millionen Budget zu realisieren wäre. Es müssten 20 oder 25 Millionen sein. Es musste ein Budget sein, wie es BioWare für Mass Effect veranschlagt hatte."
"Sie waren auch dabei, wollten es wirklich machen. Sie hatten das Gefühl, dieses Budget auftreiben zu können. Also begannen wir über das Projekt zu sprechen. Wir haben über sechs Monate einen Pitch entwickelt und ihn gut 30 Mal abgeändert. Ich persönlich verbrachte gut 80 bis 100 Stunden mit diesem Pitch."
"Alles schien bereit für den Deal zu sein, sie sagten uns, dass die Vertragsunterschrift nicht mehr lange dauern kann. Dann meinten sie jedoch, dass sie uns vor Ort sehen und sich alles anschauen wollten. Also kamen sie und schauten sich alles an. Gut eine Woche später äußerten sie dann, dass sie Bedenken bezüglich der Realisierung hätten. Und eine Woche später wurde Atari Europe an Namco Bandai verkauft."
Nachdem mehrere Jahre Arbeit in dieses Projekt gewandert waren - ohne dass die eigentliche Entwicklung begonnen hatte - stand Obsidian also vor einem Scherbenhaufen. Der Atari Produzent, mit dem Urquhart die ganze Zeit verhandelt hatte, war plötzlich weg. Und ausreichend Geld für das Projekt gab es auch nicht.
Hoffen wir mal, dass Beamdog mehr Glück hat, sollte sich das Team tatsächlich an Baldur's Gate 3 wagen.
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