Der Staub aus dem die Götter sind
Göttersimulationen sind ein Genre, das längst vergessen geglaubt wurde. Die Weltenbildner haben auf der gamescom dann aber eine kleine, dennoch feine Wiederauferstehung gefeiert. Mit göttlichem Gaming hat der Entwickler so seine Erfahrungen: Eric Chahi war 1991 für das revolutionäre Another World zuständig. Das war zwar keine Göttersimulation, wurde aber zum Release seinerzeit von so manchem Kritiker auf den Spiele-Olymp gehievt. Mit seinem neuesten Werk betritt er im wahrsten Sinne des Wortes Neuland, denn die Welt kann so gestaltet werden, wie es dem Spieler gerade in den Sinn kommt. Der Vertrieb soll ausschließlich über die Download-Plattformen Steam, Playstation Network und XBox LIVE Arcade stattfinden.
Schaffe, schaffe, Welte baue
Inselbau leicht gemacht
Unser Blick wird auf eine Insellandschaft geführt. Kleine Erhebungen ragen aus dem Ozean heraus, verdichten sich zu Hügeln, aus denen mitunter feine Lavaströme sickern. Das umgebende Meer strahlt im schönsten Blau und gibt Zeugnis über eine fast unberührte Natur. Ganz so unberührt ist die Umgebung natürlich nicht, schließlich wurde sie von uns selbst mit entworfen. Gefällt uns eine Ecke oder Kante nicht, runden wir sie eben ab oder lassen neue Elemente einfließen, auf denen schon bald das Leben blühen kann. Dazu schöpfen wir einfach ein Stück Land per Zeiger aus einem Fleckchen der Insel, halten den Button gedrückt und verfrachten das entnommene Element woanders hin. Schütten wir den Sand auf eine andere Landzunge, erweitert sich die Insel, oder formt einen majestätischen Berg. Wollen wir diese Felskuppe dann zu einem Feuer speienden Vulkan umwandeln, entnehmen wir aus der nächstgelegenen Magmaspalte einfach etwas Lava, tröpfeln sie auf den Gipfel und bewundern unser kleines Kunstwerk. Mit dem Wasser verfahren wir ähnlich: Aus dem Meer sammeln wir per Cursor eine große Menge des kühlen Nass, versetzen sie irgendwo an Land und erschaffen auf diese Weise einen kleinen See, aus dem sich die umliegende Vegetation nähren kann. Die Flora kann natürlich auf die gleiche Art entstehen. Baum für Baum setzen wir einen Wald vor den See und haben in wenigen Augenblicken ein Idyll hergestellt, das wir am liebsten in der Realität besuchen möchten. Auch die Physik wurde nicht vernachlässigt. Legen wir ein Element irgendwo ab, so verteilt es sich entsprechend der Naturgesetze. Wasser fließt in eigenen Bahnen nach unten und Lava entzündet auf ihrem Weg stehendes Gehölz, das irgendwann auch wieder verglimmt.
Herr sei mein Hirte
Ohne Hilfe überleben die Eingeborenen nicht lange
Nun besteht der Sinn des Spiels allerdings nicht aus dem Formen hübscher Landschaften, sondern aus der Erfüllung bestimmter Ziele. Einige der Inselchen sind tatsächlich von primitiven Stämmen bewohnt, die uns als Gottheit erkannt haben und dementsprechend anbeten. Diesen Eingeborenen müssen wir nun helfen, gegen die Naturgewalten zu bestehen. Scheinbar liegt die Gegend in einer Tsunami-Gefahrenzone, denn von weitem droht eine Riesenwelle den gesamten Archipel hinwegzufegen. Nicht auszudenken, was aus dem Eingeborenenstamm würde, wenn wir nicht unsere Schützende Hand über sie hielten. Dafür muss uns aber der Schamane zunächst einmal mit einem Gebet erreichen. Der Kultplatz ist in einiger Entfernung, der Weg dorthin beschwerlich. Wir können höchstens eingreifen, um die Wanderschaft etwas bequemer zu gestalten. Dazu ebnen wir Wege, unterbrechen Lavaströme mit Wasser oder schlagen Schneisen in undurchdringliches Dickicht. Hat der Schamane sein Gebet an der dafür vorgesehenen Stätte gesprochen, erhält er eine Macht, die er zu seinen Stammesbrüdern tragen muss. Auch hier müssen wir ihn möglichst zügig seines Weges ziehen lassen. Erreicht er dann vor Ablauf der Frist seine Sippe, stemmt sich die göttliche Vorhersehung gegen die Riesenwelle: Sie teilt sich vor der bewohnten Insel – die Eingeborenen sind gerettet! Über den Umfang der Missionen ist noch nichts bekannt, ebenso umkreist das Veröffentlichungsdatum für From Dust vage den März 2011.
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