Hanseaten in Lübeck
Die Ostsee birgt zahlreiche Geheimnisse in ihren Tiefen, nirgendwo finden Taucher mehr Wracks in der ewigen Stille unter den Wellen. Eigentlich kein Wunder, denn das Meer im Norden Europas gehört seit eh und je zu den am meisten besegelten Gewässern der Welt. Schon im 12. Jahrhundert blähten sich majestätisch die Segel der Koggen - jener für heutige Verhältnisse kleinen Frachtschiffe - die der Hanse als Handelsbund zu Weltruhm verhalfen und Städte wie Lübeck zu reichen Metropolen machten.
Einen passenderen Ort, als den Bauch einer Kraweel (ein Schiffstyp, der im Volksmund trotz seiner drei Masten ebenfalls als Kogge firmiert) vor der Kulisse des berühmten Holstentores und der sieben Kirchentürme der Altstadt konnte Publisher Kalypso für eine erste Präsentation von Patrizier IV also nicht finden. Bei Kaiserwetter schipperte die Lisa von Lübeck auf die Ostsee und wir nutzten die Zeit auf See, um Produzent Daniel Dumont über die Feinheiten des Seehandels und die Macht der hanseatischen Kaufleute im Spiel auszuhorchen.
Die Welt in unseren Händen
Das zentrale Element in Patrizier IV stellt die Weltkarte dar, welche sich dreidimensional vor uns ausbreitet. Auf ihr sind zwischen England und Russland alle wichtigen Städte ihrer Zeit zu sehen, die im Spielverlauf nicht nur wachsen, sondern sich auch vermehren. Neben den Siedlungen prangen Schilder, die Ereignisse wie Rohstoffknappheiten anzeigen, doch auch Eroberungsheere oder Stürme sind ohne weiteres auf der Karte auszumachen. Per Doppelklick wechselt die Perspektive und wir befinden uns in der Stadtansicht. Trotz der verschiedenen Kulturkreise unterscheiden sich die Baustile jedoch nicht. Lediglich exklusive Gebäude durch unterschiedliche Warenmonopole sorgen für einzigartige Ansichten.
Die Spielwelt ist in acht Regionen aufgeteilt, von denen jede mit ihren eigenen Spezialitäten aufwartet. So wird nur in Deutschland Bier gebraut, Frau Antje bringt Käse aus Holland und Aalborg in Dänemark ist der einzige Produktionsstandort für Fleisch. Dadurch bedingen sich jedoch wiederum Rohstoffbedürfnisse. So benötigen die Dänen tonnenweise Salz, um die verderbliche Ware haltbar zu machen. Das Handelssystem wurde insgesamt von Ungleichgewichten befreit und die KI spielt, im Gegensatz zu Patrizier 2 (das während der Präsentation immer wieder als Vergleich herbeigezogen wurde), ohne Schummeleien. Die computergesteuerten Spieler konzentrieren sich zudem verstärkt auf die wirtschaftlichen Interessen ihrer eigenen Region.
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