Als ob’s echt wär’…
Die Ähnlichkeit zum älteren 2D-Modell ist noch vorhanden
Neuerdings muss alles dreidimensional sein. Flache Pixellandschaften reichen nicht mehr aus, um dem Fortschritt neue Kuckuckskinder unterzujubeln. Wir erinnern uns schmunzelnd an Bilder aus den fünfziger Jahren, in denen die Kinos von Pappbrillen tragenden Besuchern bevölkert wurden, 3D-Filme noch mit zweifarbigen Dualprojektoren abgespielt wurden und wegen des aufwendigen Verfahrens auch schnell als faszinierende Modeerscheinung wieder in der Versenkung verschwanden. Dieses Prinzip „Kino – zum Anfassen“ erlebt derzeit ein Revival und erstreckt sich mittlerweile auch auf den Gaming-Bereich. Selbst Nintendos Taschenkonsole wird mit der räumlichen Optik aufgepimpt und technisch stark erweitert. Der Brüller an der Sache: Anstelle einer speziellen Brille sollen die Spieler den 3D-Effekt mit bloßem Auge wahrnehmen können. Dem wollten wir auf den Grund gehen und haben uns das neue Wunderwerk der Technik mal ein wenig genauer beäugt. Und dabei machten wir auch ziemlich große Augen.
Aus zwei mach eins
Als ob man gleich Blumen pflücken könnte: My Garden in 3D
Von Hard- sowie Software Entwicklern wird einem ja meistens das Blaue vom Himmel versprochen. Da wird ein müder Haudrauf-Dungeon-Runner als Feuerwerk der Innovation gefeiert, dessen Spieltiefe seinesgleichen sucht, ein simpler Shooter als packendes Actiondrama deklariert und möglicherweise auch eine Neuauflage von Pac-Man als nie zuvor erlebte Spielerfahrung hochgejubelt. Oftmals sagen die Macher sogar die Wahrheit, aber ebenso häufig durchschauen die Experten allzu schnell großspurigen Regen als Sturm im Wasserglas. Während sich die Hersteller dieses Jahr wieder emsigst bemühen, ihre Produkte von der allerbesten Seite zu zeigen, kann sich Nintendo mit seinem 3DS recht entspannt zurücklehnen. Das Portofolio spricht schlichtweg für sich selbst. Viel wurde bereits über das Ding spekuliert. Wie wird die Taschenkonsole räumliche Effekte ohne Zusatzgerät sichtbar machen können? Das Prinzip dahinter ist denkbar einfach: Stereoskopie nennt man den optischen Trick, bei dem zwei verschiedene Perspektiven eines Bildes übereinander gelegt werden. Das Ergebnis ist ein verblüffend präzises und plastisches Erlebnis. Fast, als könnte man Super Mario nun auch berühren, während er die Prinzessin zu retten versucht. Die Farbbrillanz bleibt dabei erhalten – was wäre ein Nintendo-Spiel ohne quietschbunte Optik?
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