Der Mann mit der Maske
Will man eine historische, ja fast mystische Figur Amerikas auf die große Leinwand bringen, so hat man drei Möglichkeiten: Entweder man stellt sie in einem hellen Licht dar und glorifiziert somit die Figur, man fokussiert sich besonders auf die negativen Aspekte des Menschen und macht sie so zu einer untragbaren Figur der Geschichte, oder man macht es wie Clint Eastwood mit J. Edgar und bleibt eher neutral. Man kann jetzt darüber streiten, ob diese Form der Biografie eines J. Edgar Hoovers würdig ist, schließlich war der Titel „mächtigster Mann der Welt“ nicht unbegründet. Herausgekommen ist letztendlich ein hochinteressanter, hervorragend geschauspielerter Film, der sich leider durch einige Detailschwächen selbst zu sehr im Weg steht. Die folgende Kritik bezieht sich übrigens ausschließlich auf die englische Originalversion des Films.
Jeder hat Geheimnisse
Was dieser Mann wohl alles verheimlicht?
J. Edgar Hoover (Leonardo DiCaprio) war als Direktor und Begründer des FBI jahrzehntelang das Gesicht des Gesetzesvollzugs in Amerika und hat das Federal Bureau of Investigation zu dem gemacht, was es heute ist. Die 1908 gegründete Behörde rüstete Hoover zu einer schlagkräftigen Polizeitruppe auf, die mit einer gigantischen Sammlung von Fingerabdrücken ausgestattet und mit modernster Technik bewaffnet war. Edgars Männer konnten so die meistgesuchten Verbrecher Amerikas zu Fall bringen und mit der Festnahme Al Capones sowie Todesmeldungen bei der Jagd auf Bonny & Clyde oder John Dillinger auf sich aufmerksam machen. Bis zu seinem Tod 1972 stand Hoover permanent in der Öffentlichkeit mit den angesehensten Persönlichkeiten aus Politik und Showbiz. Dabei wusste er sich in Szene zu setzen. Ungeachtet der Tatsache, dass er eher zu den unpopulären Personen seines Wirkungskreises gehörte, hatte er Zugang zu einem großen Netzwerk von Informanten und wusste, wenn jemand Dreck am Stecken hatte. Aber auch der vermutlich mächtigste Mann seiner Zeit hatte Geheimnisse, die er versteckt hielt, weil sie seiner Karriere, seinem Image und seinem Leben hätten schaden oder diese gar zerstören können. Insbesondere seine angebliche homosexuelle Beziehung zu seinem engsten Stellvertreter Clyde Tolson (Armie Hammer) bleibt bis heute ungeklärt.
GamesTrust Wertung
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